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Wenn Störungen auftreten, schützt die Kreditversicherung

Globale Störungen können den Cashflow stark beeinträchtigen. Kreditversicherungen helfen Unternehmen, widerstandsfähig zu bleiben, Schocks abzufedern und den Handel am Laufen zu halten.
22 Sep 2025
2 mins

Der globale Handel basiert auf weitreichenden, miteinander verflochtenen Lieferketten, die seit Jahrzehnten das Wirtschaftswachstum antreiben. Effizienz war dabei das oberste Prinzip: Just-in-time-Bestände, schlanke Logistik und fein abgestimmte Produktionsnetzwerke, die sich über ganze Volkswirtschaften erstrecken. Für Unternehmen bedeutete dies geringere Kosten, schnellere Innovationen und Zugang zu globalen Märkten.


Aber es hat auch zu einer gewissen Fragilität geführt. Engpässe auf den globalen Schifffahrtsrouten, Engpässe bei kritischen Komponenten oder plötzliche Änderungen in der Handelspolitik können sich auf ganze Sektoren und Branchen auswirken. Eine einzige Störung in einer Region kann weitreichende Folgen haben. Was einst als Resilienz durch Größe erschien, offenbart nun eine systemische Fragilität durch globale Interdependenz. 


Das geopolitische Umfeld verstärkt dies noch. Die COVID-19-Pandemie hat die Anfälligkeit globaler Lieferketten deutlich gemacht, aber ihre Nachwirkungen wurden durch Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, eskalierende Handelsspannungen zwischen den USA und China, Zollschranken und Handelsbeschränkungen noch verstärkt. Die Annahme, dass Waren, Kapital und Informationen frei zirkulieren würden, wurde auf den Kopf gestellt.

Unterbrechungen in der Lieferkette sind die neue Normalität

Störungen in der Lieferkette sind keine Seltenheit mehr, sondern systemisch und fest in der Funktionsweise globaler Systeme verankert. Kein Sektor und keine Branche ist davon ausgenommen. Die Automobil- und Elektronikindustrie geriet unter starken Druck, als Exportbeschränkungen für Seltene Erden und hochentwickelte Chips Zulieferer in eine Zwickmühle zwischen steigenden Kosten und festen Verträgen brachten. Als diese Unternehmen insolvent wurden, verloren ihre Partner sowohl Forderungen als auch Produktionskapazitäten.

Die Lebensmittelversorgungsketten zeigten weltweit ähnliche Schwachstellen. Der Krieg in der Ukraine blockierte 2022/2023 die Exporte von Weizen und Düngemitteln und trieb die Preise für Importeure in die Höhe. Lokale Verarbeiter und Händler, die die steigenden Kosten nicht weitergeben konnten, gerieten in Zahlungsverzug – was finanzielle Schockwellen durch die regionalen Märkte sandte.
Zollschranken, Sanktionen und Exportverbote können über Nacht auftreten. Die finanziellen Auswirkungen auf Unternehmen können extrem schwerwiegend sein und schnell zu Insolvenzen führen.

Die Suche nach Resilienz

Um Störungen in der Lieferkette zu bewältigen und finanzielle Schwierigkeiten zu mindern, greifen Unternehmen auf eine Reihe von umsetzbaren Strategien zurück. Dazu gehören die Diversifizierung der Lieferanten und die Lokalisierung der Produktion, wo dies möglich ist. Einige wenden sich dem „Friend-Shoring“ zu und bauen Netzwerke in gleichgesinnten Volkswirtschaften auf. Digitale Tools helfen Unternehmen ebenfalls dabei, Schwachstellen zu identifizieren und Schocks vorherzusehen. Diese Strategien können jedoch mit erheblichen Kompromissen verbunden sein. Die Diversifizierung der Lieferanten kann die Effizienz verringern und die Komplexität erhöhen.


Die Haltung zusätzlicher Lagerbestände bindet Betriebskapital und erhöht die Lagerkosten. Near-Shoring oder Reshoring erfordern oft erhebliche Vorabinvestitionen in Infrastruktur und Personal. Daher reichen operative Anpassungen allein nicht aus. Globale Lieferketten sind zu komplex, um vollständig krisensicher zu sein. Ein Krieg, ein Zolltarif oder eine Naturkatastrophe können immer noch ein kritisches Glied ausschalten. Die eigentliche Herausforderung für Unternehmen besteht nicht darin, Störungen vollständig zu verhindern, sondern zu vermeiden, dass Störungen zu finanziellen Problemen oder sogar zum Unternehmensausfall führen. 

Kreditversicherung, ein finanzieller Puffer gegen Störungen 

In einer Welt, in der Zahlungsausfälle zunehmend durch geopolitische Schocks und fragile Lieferketten ausgelöst werden, kann die Kreditversicherung als wichtiger finanzieller Puffer fungieren und oft den Unterschied zwischen Widerstandsfähigkeit und Insolvenz ausmachen. Die Kreditversicherung entschädigt Unternehmen, wenn Kunden nicht zahlen, und sichert so die Liquidität, wenn es darauf ankommt. Sie fungiert als Frühwarnsystem, da die Versicherer weltweit die Gegenparteien überwachen. Außerdem kann sie den Zugang zu Finanzmitteln verbessern, da Banken versicherte Forderungen als sicherere Sicherheiten behandeln. 

Keine Versicherung kann eine unterbrochene Lieferkette reparieren, aber Kreditversicherungen können Unternehmen dabei helfen, systemische Unsicherheiten in ein überschaubares finanzielles Risiko zu verwandeln. In einer Welt mit anhaltenden geopolitischen Risiken und Schwachstellen in der Lieferkette sollten Kreditversicherungen weniger als defensive Anschaffung, sondern vielmehr als strategisches Instrument für Widerstandsfähigkeit betrachtet werden.

Summary
  • Globale Lieferketten werden immer anfälliger, da geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und unerwartete Schocks zu weitreichenden finanziellen Belastungen in allen Branchen führen

  • Störungen sind mittlerweile systemisch und nicht mehr nur gelegentlich – sie betreffen Branchen von der Elektronik bis zur Lebensmittelindustrie und führen häufig zu Zahlungsausfällen, Forderungsausfällen und Produktionsausfällen

  • Operative Strategien allein reichen nicht aus: Diversifizierung, Near-Shoring und digitale Tools helfen zwar, sind jedoch mit Kompromissen verbunden und können Risiken nicht vollständig beseitigen.

  • Kreditversicherungen bieten einen wichtigen finanziellen Puffer, schützen den Cashflow, ermöglichen den Zugang zu Finanzmitteln und helfen Unternehmen, bei Störungen widerstandsfähig zu bleiben.