Atradius Zahlungsmoralbarometer Osteuropa 2016

Pressemitteilung

Polen, Türkei und Tschechische Republik leiden unter schlechter Zahlungsmoral

  • Liquiditätslage von Unternehmen in Osteuropa durch ausländischen Zahlungsverzug bedroht

  • Abhängigkeiten von Handelskreditrisiken aus Export-Rechnungen im Vergleich zum Vorjahr um 19% gestiegen

  • 20% der Befragten in der Region besorgt über die DSO („Days Sales Outstanding“) für die nächsten 12 Monate

 

Wien, 19. Mai 2016 – Für die osteuropäische Wirtschaft wird in diesem Jahr weiterhin ein Wachstum von 1,1 % erwartet. Allerdings zeigt ein Blick auf die Insolvenzlage ein unbeständiges Bild durch zunehmenden Zahlungsverzug bei Export-Rechnungen, was sich wiederum negativ auf den Cash-Flow der osteuropäischen Firmen auswirkt.

 

Das aktuelle Zahlungsmoralbarometer von Atradius belegt, dass in Osteuropa mehr Unternehmen besorgt auf ihren Cash-Flow schauen als in Westeuropa (rund 20% in Osteuropa, 16 % in Westeuropa). Diese Besorgnis basiert wahrscheinlich auf einem höheren Handelskreditrisiko durch verspätetet bezahlte Forderungen ihrer ausländischen Business-to-Business-Kunden (B2B), denn die durchschnittlich am Fälligkeitstag noch offenen ausländischen Forderungen stiegen um 19 % auf 40,8 % im Vergleich zu 34,2 % im Vorjahr. 45 % der inländischen Forderungssumme blieb auch nach dem Fälligkeitstermin unbezahlt. Dies ist ein Anstieg von 9 % im Vergleich zum Vorjahr.

 

Polen wartet am längsten

Der durchschnittliche Gesamtwert der ausländischen Rechnungen, die 90 Tage nach Fälligkeitstermin noch offen waren, liegt in Polen mit 29,8 % über dem osteuropäischen Durchschnitt von 20 %. Dicht gefolgt von der Türkei mit 26,4 % und der Tschechischen Republik mit 22,3%. Ein längerer Zahlungsverzug kann das Risiko von Zahlungsausfällen erhöhen und sich damit negativ auf den Cash-Flow auswirken. Dies könnte erklären, warum 20 % der osteuropäischen Unternehmen erwarten, dass sich die DSO in den nächsten 12 Monaten weiter verschlechtern wird. In der Türkei gehen sogar 33 % und in Polen 27 % von einer Verschlechterung aus.

 

Dominoeffekt in der Lieferkette

Der Anstieg bei ausländischen Handelskreditrisiken in Osteuropa führte zu einem „Knock-out-Effekt“ in der Lieferkette. Rund 30 % der Unternehmen in der befragten Region (25 % in Westeuropa) bezahlten ihre eigenen Lieferanten später aufgrund von verzögerten Zahlungen ihrer ausländischen Kunden. 11 % der Befragten (7,6 % in Westeuropa) gaben an, dass der Zahlungsverzug von B2B-Kunden ihr Wachstum behindere.

 

Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius, erklärt: „Das globale Wirtschaftswachstum wird laut Prognosen in 2016 auf 2,4 % im Vergleich zu 2,6 % in 2015 sinken. Eine deutliche Wachstumssteigerung ist bisher nicht eingetreten und wir sehen uns mit einem weiteren Jahr hoher Insolvenzen und Kreditrisiken konfrontiert. In den fortschrittlichen Wirtschafsnationen bleibt die Insolvenzlage laut Prognose stabil, während für die meisten Schwellenmärkte ein Anstieg erwartet wird. Nur mit einem sorgfältigen Forderungsmanagement, bestehend aus einer Kreditversicherung, lassen sich so Zahlungsverzugsrisiken minimieren, um die Rentabilität des Unternehmens zu sichern.“

 

Das Atradius Zahlungsmoralbarometer für Osteuropa untersucht die Zahlungsmoral der B2B-Kunden von rund 1.100 Unternehmen in fünf Ländern (Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Slowakei und die Türkei). Die Studie untersucht den Einsatz von Kreditmanagement-Tools, Veränderungen der Rentabilität und Zahlungsmoral nach Branchen und Unternehmensgröße.

 

Diese und weitere Ergebnisse aus dem aktuellen Atradius Zahlungsmoralbarometer für Ost- sowie für  Westeuropa stehen auf www.atradius.at zum kostenlosen Download bereit.

 

Für weitere Informationen:

Atradius Kreditversicherung                                                    

Astrid Goldberg                                                                                 

Pressesprecherin                                                        

Telefon: +49 (0) 221 2044-2210                                    

E-Mail: astrid.goldberg@atradius.com             

 

Atradius Kreditversicherung                                                    

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Pressereferentin

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