Weltweiter Insolvenzrückgang neigt sich dem Ende zu

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Atradius rechnet damit, dass der jahrelange Rückgang der weltweiten Insolvenzen in naher Zukunft zum Stillstand kommt.

In einer aktuellen Analyse prognostiziert der internationale Kreditversicherer eine fast stagnierende Zahl der Firmenaufgaben (-1 % gegenüber dem Vorjahr) für das kommende Jahr. Seit 2010 sind die Unternehmenspleiten rund um den Globus kontinuierlich gesunken. Den während dieser Zeit deutlichsten Rückgang markierte das Jahr 2014 mit rund -10 %.

„Die Risiken für die globale Wirtschaft nehmen kontinuierlich zu“, sagt KR. Franz Maier, Generaldirektor Österreich, Ungarn und Südosteuropa  von Atradius. „Hauptgründe hierfür sind die Unsicherheiten in der internationalen Handelspolitik vieler Länder sowie eine Straffung der Geldpolitik. Dies dürfte den Rückgang der weltweiten Insolvenzen vorerst stoppen. Für das kommende Jahr rechnen wir damit, dass die Zahl der Firmenpleiten stagniert und in etwa das Niveau von 2007 erreicht.“

Insolvenzzahlen stagnieren oder steigen in vielen Industrieländern an

Atradius geht von steigenden oder zumindest stagnierenden Insolvenzzahlen in zahlreichen Industrieländern im nächsten Jahr aus, unter anderem in Großbritannien, den USA und Deutschland, drei großen Exportmärkten von Österreichs Wirtschaft.

In Großbritannien erhöhen die schwache Konjunktur und die zunehmenden Unsicherheiten angesichts des immer noch unklaren Ausgangs der Brexit-Verhandlungen das Forderungsrisiko bei zahlreichen Unternehmen. Gemäß Atradius-Prognose steigen die Insolvenzzahlen im Vereinigten Königreich in diesem Jahr um 6 %, 2019 erhöhen sie sich voraussichtlich um weitere 3 %.

In den USA hat die aktuelle Regierung der Wirtschaft mehr Dynamik verliehen, unter anderem durch die Steuerreform. In der Folge ist im vergangenen Jahr die Zahl der Firmenpleiten in den Staaten um 4 % zurückgegangen. Auch 2018 rechnet Atradius mit einem starken Rückgang der Insolvenzen von 8 % in den USA. Die gute Entwicklung stellt aus Sicht des Kreditversicherers aber nur eine Momentaufnahme dar. Der Effekt der Steueranreize dürfte 2019 nachlassen. Zudem ist davon auszugehen, dass weitere Handelsbarrieren und die Dollaraufwertung das Geschäft der US-Exporteure stärker belasten.

Auch der Binnenmarkt in den Vereinigten Staaten birgt Risiken, unter anderem aufgrund des sich verändernden Einkaufsverhaltens der US-Amerikaner: Immer weniger von ihnen kaufen in Einkaufszentren ein, stattdessen bestellen sie ihre Waren im Internet. Vor diesem Hintergrund hat das Land in jüngster Vergangenheit mehrere Großinsolvenzen im Handelssektor erlebt. Insgesamt geht Atradius für das kommende Jahr davon aus, dass die Zahl der Firmenaufgaben in den USA mit -2 % in etwa stagnieren wird.

Nicht weiter zurückgehen werden die Insolvenzzahlen im kommenden Jahr in Deutschland, dem größten Exportmarkt Österreichs. Aktuell erlebt die deutsche Wirtschaft noch eine Verringerung der Firmenpleiten. Bis Ende des Jahres sollten die Insolvenzen um voraussichtlich 4 % sinken, unter anderem aufgrund von zunehmenden Investitionen, steigenden Gehältern und einem starken Privatkonsum. Im kommenden Jahr dürfte diese Entwicklung dann aber zum Stillstand kommen, unter anderem wegen einer schwächeren Auslandsnachfrage.       

Die gesamte Atradius-Analyse „Insolvency forecast: approaching a turning point“ mit Insolvenzprognosen zu insgesamt 21 Märkten kann im Menüpunkt Publikationen kostenlos heruntergeladen werden.

Über Atradius

Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen, Bürgschaften und Inkassodienstleistungen mit einer strategischen Präsenz in mehr als 50 Ländern. Die von Atradius angebotenen Kreditversicherungs-, Bürgschaften- und Inkasso-Produkte schützen Unternehmen weltweit vor den Ausfallrisiken beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf Kredit. Atradius ist Mitglied der Grupo Catalana Occidente (GCO.MC), einer der grössten Versicherer in Spanien und einer der größten Kreditversicherer der Welt.

 

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