Zahlungsmoralbarometer Westeuropa 2016

Pressemitteilung

Mehr als 90 % der Unternehmen in Österreich von schlechter Zahlungsmoral betroffen

Atradius Zahlungsmoralbarometer Westeuropa 2016 – Ergebnisse auf einen Blick:

 

  • Mehr als 36 % der Gesamtforderungen österreichischer Unternehmen aus B2B-Geschäften sind zum Fälligkeitstermin noch nicht beglichen (Westeuropa gesamt: 40 %)
  • Jedes fünfte österreichische Unternehmen muss wegen Zahlungsverzögerung Investitionen verschieben (21 % gegenüber 12 % im westeuropäischen Durchschnitt)
  • 0,8 % der Forderungen österreichischer Unternehmen waren 2015 uneinbringlich (Westeuropa: 1,3 %)
  • 40 % der in Österreich Befragten planen, die Bonität ihrer Kunden in diesem Jahr häufiger zu prüfen, das sind deutlich mehr als in Westeuropa insgesamt (33,7 %)

 

Wien/Köln, 14. April 2016 – Rund 90 % der befragten Unternehmen in Westeuropa sind im vergangenen Jahr  zu spät von einem oder mehreren Geschäftskunden bezahlt worden. In Summe waren fast 40 % des Gesamtwertes der Forderungen am Fälligkeitstag noch unbeglichen. Das zeigt das aktuelle Zahlungsmoralbarometer des weltweit zweitgrößten Kreditversicherers Atradius, das das Zahlungsverhalten von Unternehmen in Westeuropa untersucht.

 

Demnach waren Lieferanten in Griechenland und Italien erneut besonders stark von säumigen Zahlern im Inland betroffen. Im Durchschnitt gab es in diesen Ländern bei fast 50 % des Gesamtwerts der B2B-Rechnungen Zahlungsverzögerungen. Dieser Wert liegt rund 10 % höher als der westeuropäische Durchschnitt. Unternehmen in Großbritannien leiden am meisten unter den verzögerten Zahlungen ihrer Exportkunden. Laut Angaben der befragten Unternehmen wurden 46,4 % des Gesamtwerts der britischen B2B-Exportgeschäfte zu spät beglichen (gegenüber 38,3 % in Westeuropa im Durchschnitt).

 

Ein immer schwerer wiegender Grund für Zahlungsverzögerungen ist laut Angabe der Befragten die „mangelnde Liquidität der Kunden“. Seit dem letzten Zahlungsmoralbarometer von Atradius stieg dieser Wert bei Inlandsgeschäften von 51,4 % auf 57,9 %. Auch bei Auslandsrechnungen sind zu geringe finanzielle Mittel ein zunehmender Grund für zu spät bezahlte Rechnungen, der Anteil der Nennungen stieg hier von 37,1 % im Vorjahr auf 40,2 % an.

 

Zahlungsverzögerungen von Kunden erhöhen nicht nur den finanziellen Druck auf die Unternehmen selbst, sondern wirken sich auch auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. So beglichen fast 25 % der befragten Unternehmen Lieferantenrechnungen aufgrund von Zahlungsverzögerungen bei ihren eigenen B2B-Kunden zu spät.

 

Überfällige Forderungen in Österreich häufiger als im westeuropäischen Durchschnitt
 

  • 90,7 % der befragten österreichischen Unternehmen gaben an, dass sie im vergangenen Jahr von einem oder mehrere Geschäftskunden zu spät bezahlt worden sind (Westeuropa gesamt: 88,5 %)
  • Mehr als die Hälfte (51,2 %) der befragten Unternehmen aus Österreich berichteten, im vergangenen Jahr aufgrund von Liquiditätsproblemen ihrer Kunden aus dem Ausland verspätete Zahlungen erhalten zu haben, das sind gut ein Viertel mehr als im europäischen Durchschnitt (40,2 %).
  • Der Anteil der Forderungen, die österreichische Lieferanten als uneinbringlich angaben und damit abschreiben mussten, liegt bei 0,8 %. Uneinbringliche, inländische Forderungen stammen am häufigsten aus den Branchen Bauwesen, langlebige Verbrauchsgüter und Dienstleistungen.
  • 21 % der österreichischen Befragten gaben an, aufgrund verspäteter Zahlungen eigene Investitionsvorhaben verschieben zu müssen. Dies ist der höchste Wert aller befragten Länder und liegt fast doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt (12,0 %).

 

Die befragten Unternehmen in Westeuropa sind sich bewusst, dass ein effektiver Schutz vor Forderungsausfällen unerlässlich ist, um die eigene Rentabilität zu gewährleisten. So planen 40 % der Befragten aus Österreich, die Kreditwürdigkeit sowie die Zahlungshistorie ihrer Kunden in den kommenden zwölf Monaten stärker zu überprüfen. Etwa 36 % wollen zudem sowohl das Kreditrisiko ihrer Abnehmer genauer beobachten als auch sicherere Zahlungsformen von ihren Geschäftskunden einfordern, um ihre Unternehmen vor Zahlungsausfällen zu schützen.

 

 

Atradius rechnet mit einem weiterhin herausfordernden Wirtschaftsumfeld

Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius, zu den Ergebnissen des aktuellen Atradius Zahlungsmoralbarometers: „In vielen entwickelten Märkten bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 2016 herausfordernd. Die Zahl der Insolvenzen wird sich laut Prognose für die meisten Märkte nur leicht verbessern, was den zunehmenden globalen Unsicherheiten, insbesondere der Entwicklung der Rohstoffpreise und dem Abschwung in China, geschuldet ist. In der Eurozone ist die absolute Zahl der Insolvenzen derzeit um 66 % höher als das Vorkrisenniveau. Den Prognosen zufolge soll zudem die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in China, Brasilien, Russland und Südafrika massiv ansteigen. Angesichts dieser Tatsache können ein diversifiziertes Kundenportfolio und konsequente Maßnahmen im Bereich Forderungsmanagement und eine Kreditversicherung erheblich dazu beitragen, Forderungsausfallrisiken zu begrenzen und das Geschäftswachstum sicherzustellen – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“

 

Das Zahlungsmoralbarometer von Atradius

Das Atradius-Zahlungsmoralbarometer für Westeuropa nimmt das Zahlungsverhalten der in- und ausländischen B2B-Kunden von rund 3.000 Unternehmen in 13 Ländern unter die Lupe. Genauer betrachtet werden dabei Trends bei der Durchführung des Forderungsmanagements, wahrgenommene Schwierigkeiten in puncto Rentabilität, das sogenannte „Days Sales Outstanding“, sprich: die Zeit zwischen Rechnungsstellung und Bezahlung, und nicht zuletzt die Zahlungsmoral, unterteilt nach Branchen und Unternehmensgröße.

 

Alle Ergebnisse der aktuellsten Ausgabe des Atradius Zahlungsmoralbarometers Westeuropa finden Sie auf unserer Website unter www.atradius.com. Die Ergebnisse für Österreich finden Sie auf www.atradius.at.

 

Über Atradius

Atradius bietet weltweit Kreditversicherung, Bürgschaften und Inkassodienste mit seiner strategischen Präsenz in 50 Ländern an. Atradius hat Zugang zu Bonitätsinformationen von 200 Millionen Firmen weltweit. Mit den Kreditversicherungs-, Bonding- und Collections-Produkten von Atradius können sich Unternehmen auf der ganzen Welt vor Ausfallrisiken schützen, die mit dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf Warenkredit verbunden sind. Atradius ist Teil der Grupo Catalana Occidente (GCO.MC), die in Spanien zu den größten Versicherern und weltweit zu den größten Kreditversicherern gehört. Weitere Informationen finden Sie unter www.atradius.com .

 

 

Für weitere Informationen:

Atradius Kreditversicherung
Astrid Goldberg
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2210
E-Mail: astrid.goldberg@atradius.com

Atradius Kreditversicherung
Stefan Deimer

Pressereferent
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E-Mail: stefan.deimer@atradius.com

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