Osteuropa: Zunahme verspäteter Zahlungen in der Türkei

Pressemitteilung

Nachlassende regionale Konjunktur könnte das Kreditrisiko für Lieferanten bei Geschäften in Osteuropa erhöhen.

2019 dürfte das Wachstum der Volkswirtschaften in Osteuropa auf 2,5 % zurückgehen, nach 3,0 % im laufenden Jahr. Ursachen hierfür sind eine voraussichtlich nachlassende regionale Konjunktur und eine Abkühlung des von der Eurozone angetriebenen Exporthandels. Dies wird aller Voraussicht nach die Liquidität osteuropäischer Unternehmen belasten und zu einem höheren Kreditrisiko der Lieferanten führen. Darauf weisen die Ergebnisse des aktuellen Atradius Zahlungsmoralbarometers für Osteuropa hin, eine Umfrage unter mehr als 1.400 Unternehmen in Bulgarien, Polen, Rumänien, der Slowakei, der Tschechischen Republik, der Türkei und Ungarn zum Zahlungsmoral im Firmengeschäft.

Jeder vierte Umfrageteilnehmer geht davon aus, dass sein DSO (Days Sales Outstanding, Forderungslaufzeit in Tagen) in den nächsten zwölf Monaten steigt. Lediglich 13 % der Umfrageteilnehmer erwarten für denselben Zeitraum eine Verringerung ihrer Forderungslaufzeiten. Ein längerer DSO-Wert kann sich negativ auf die Liquidität der Unternehmen auswirken, was wiederum das Forderungsrisiko erhöht. Umfrageteilnehmer aus der Türkei (43 %) und aus Rumänien (30 %) sind durch diese Entwicklung besonders beunruhigt.

„Mit einem BIP-Plus von 3,2 % verspricht 2018 ein weiteres starkes Wachstumsjahr zu werden. Dies ist der höchste Stand seit 2011. Für die exportorientierten osteuropäische Unternehmen verschlechtern sich jedoch die Aussichten auf langfristiges wirtschaftliches Wachstum, da sie eng in die europäischen Lieferketten eingebunden sind“, erklärt Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius. „Eine Verlangsamung der globalen Wirtschaft könnte zu strukturellen Problemen führen, was sich besonders stark auf die osteuropäische Wirtschaft auswirken und ihr Wachstum beeinträchtigen könnte. Dadurch würden sich die Forderungsrisiken erhöhen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, das Zahlungsverhalten von Käufern zu beobachten und die Zahlungsausfallrisiken durch eine Kreditversicherung abzusichern. So können Unternehmen, die in Osteuropa Handel treiben, ihre Wachstumsmöglichkeiten erweitern, den Cashflow verbessern und ihre Rentabilität schützen.“

Verspätete Zahlung als Finanzierungsmittel

Wie im Jahr 2017 verzeichnet die Türkei auch in diesem Jahr den höchsten Prozentsatz an Umfrageteilnehmern, nach deren Angaben der Zahlungsverzug ihrer B2B-Kunden zugenommen haben (91,7 %). Zahlungsverzögerungen aufgrund von zu geringer Liquidität bei inländischen Firmenkunden traten in Osteuropa zuletzt sehr viel häufiger auf. 68,8 % der Umfrageteilnehmer gaben dies bei der aktuellen Studie als Grund an, im Vorjahr lag der Wert noch bei 58,4 %. Fast 31 % der Umfrageteilnehmer teilten mit, dass inländische Firmenkunden verspätete Rechnungsbegleichung als Finanzierungsmittel nutzten. Weiterhin konnten häufig inländische Forderungen aufgrund von Zahlungsunfähigkeit oder Geschäftsaufgabe der Kunden nicht eingetrieben werden. Dies gaben 64,2 % der Umfrageteilnehmer an, der Vorjahreswert betrug 55,8 %. Gleichzeitig konnten osteuropäische Umfrageteilnehmer, die ihre Rechnungen elektronisch stellen, tendenziell schnellere Zahlungseingänge feststellen. Fast 66 % der Umfrageteilnehmer haben ihren Firmenkunden im zurückliegenden Jahr Online-Rechnungen gestellt.

Beunruhigung aufgrund von US-Protektionismus

Für das aktuelle Atradius Zahlungsmoralbarometer Osteuropa wurden Unternehmen auch nach den aus ihrer Sicht größten Risiken für das globale Wirtschaftswachstum in den nächsten sechs Monaten befragt. Demnach bleibt das globale Wirtschaftswachstum stark, für 2018 wird ein Anstieg von 3,2 % prognostiziert. Gleichzeitig trüben der Protektionismus und die Geldpolitik der USA, die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft sowie ein signifikant steigendes geopolitisches Risiko den Ausblick bei den Umfrageteilnehmern. Das Risiko, dass der anhaltende Protektionismus in den nächsten sechs Monaten zu einem Handelskrieg eskaliert, beunruhigte im Durchschnitt 37,7 % der Umfrageteilnehmer. In der Türkei ist die Besorgnis über zunehmende Handelsbarrieren besonders hoch, 53,1 % der Umfrageteilnehmer sehen hierin ein beträchtliches Risiko für ihr Geschäft.

 

Grafik ZMB Osteuropa 2018

 

 

Alle Ergebnisse der Studie Atradius Zahlungsmoralbarometer Osteuropa 2018 finden Sie unter unten stehendem Link.

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