Russland: Keine Erholung in Sicht

Pressemitteilung

Russland: Keine Erholung in Sicht

Der Ölpreisverfall fordert seinen Tribut: Wenn sich der Preis pro Barrel nicht wieder erholt, geraten immer mehr Branchen der russischen Wirtschaft in Bedrängnis. Sanktionen, fehlende Kaufkraft und Auftragsrückgänge führen zu einem Anstieg an Insolvenzen. Zu dieser Einschätzung kommt der Kölner Kreditversicherer Atradius in seinem aktuellen Russland-Bericht.

Während Russland im Jahr 2014 eine Rezession noch abwenden konnte, zieht die wirtschaftliche Misere 2015 immer weitere Kreise. Aufgrund von US-amerikanischen und europäischen Sanktionen schwächte sich das ohnehin kraftlose Investitionsklima nochmals ab. „Fehlende Investitionen und der dazu noch niedrige Ölpreis werden Russland 2015 in eine ernste Rezession treiben“, so Michael Karrenberg, Regional Director Risk Services Germany, Central, North, East Europe & Russia/CIS.

Fast alle Branchen auf Talfahrt
Der Ausblick für 2015 zeichnet ein düsteres Bild. Fast alle Branchen werden zunehmend vom kräftigen Rückgang des Wirtschaftswachstums, von der Abwertung des Rubels, mangelnden Investitionen infolge von Sanktionen und einer restriktiven Kreditvergabe beeinträchtigt. Für russische Banken, Betriebe und die Bevölkerung sind die Kosten für Fremdfinanzierung bereits merklich nach oben geschnellt. Angesichts des hohen Leitzinses von aktuell 15 % – um die Inflation einzudämmen und die Währung zu verteidigen – müssen sich viele russische Firmen und Banken ernsthaften Refinanzierungsproblemen stellen. Verharrt der Zinssatz auf diesem Niveau, ist ein starker Anstieg von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen bei Banken und Unternehmen vorprogrammiert.

Zwar erwarten die Experten von Atradius, dass die russische Regierung das Bankwesen und die strategisch wichtigen Großkonzerne unterstützt. Allerdings könnte sich diese Unterstützung als begrenzt und selektiv erweisen und so viele notleidende Unternehmen außen vor lassen. Trotz des generellen Negativtrends sind einige russischen Branchen stärker betroffen als andere. Vor allem exportierende Industriezweige, die Währungsrisiken ausgesetzt sind, und Branchen mit hohem Fremdkapitalbedarf werden in Mitleidenschaft gezogen.

Nahrungsmittelsektor und Landwirtschaft kämpfen mit Sanktionen
In Kombination mit Konjunktureinbruch und Rubelabwertung haben die russischen Sanktionen auf die Einfuhr von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten die inländische Lebensmittelindustrie hart getroffen, vor allem bei Fisch, Fleisch und Milchprodukten. Dies hat einen negativen Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette – von Importeuren und Grossisten bis hin zu Einzelhandelsketten und kleineren regionalen Händlern. In Anbetracht fehlender Investitionen sowie der Abhängigkeit von ausländischer Technologie und Ausrüstung erscheinen Einfuhrsubstitution und eine wesentliche Ausdehnung der lokalen Produktion eher unwahrscheinlich.

Elektronik/IKT und Haushaltsgeräten brechen Verbraucher weg
Die Branchen Elektronik/IKT und Haushaltsgeräte spüren unmittelbar den Rückgang des privaten Konsums. Enorme Probleme warten auf Großhandelsunternehmen für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte: Sie haben üblicherweise ein großes Umsatzvolumen bei niedrigen Margen und geringer Liquidität. Ein weiterer Risikofaktor ist die Abhängigkeit von externen Finanzmitteln der Banken und Lieferanten.

Mehr Insolvenzen in Schwerindustrie und Baugewerbe
Auch in der russischen Schwerindustrie und im Bauwesen stehen die Zeichen auf Sturm: Die Kombination aus sinkender interner und externer Nachfrage, fallenden Preisen, Währungsrisiken und steigenden Kapitalkosten dürfte zu größeren Problemen führen – sogar für die bisher so robuste heimische Öl- und Gasindustrie. Die Hauptsorge der Atradius-Experten gilt den großen, hoch verschuldeten Konzernen in Metall- und Bergbau, Baugewerbe, Infrastruktur, Verkehr – hier insbesondere den Fluglinien –, Maschinen- und Anlagebau inklusive Automobilproduktion. 2014 gab es bereits mehr Unternehmenszusammenbrüche in den Bereichen Metallverarbeitung und Bau. 2015, so die Prognose, wird sich diese Entwicklung in der Baubranche sowie in der Schwerindustrie verstärken.

Die Atradius-Länderberichte: Wirtschaftsinformationen und politische Fakten
Die Atradius-Länderberichte beleuchten die wirtschaftliche und politische Entwicklung wichtiger Märkte. Analysen über Chancen und Risiken bei Investitionen und Handelsgeschäften in ausgewählten Ländern geben interessante Hintergrundinformationen. Regelmäßige Updates garantieren Wissen auf aktuellem Stand. Für den schnellen Überblick sind Schlagworte und Grafiken zu Trends, Wirtschaftswachstum, Einfuhrländern, Exportmärkten sowie Empfehlungen für erfolgreiche Exporte auf der Atradius-Homepage zusammengefasst.

Eine ausführliche Analyse der russischen Wirtschaftssituation finden Sie hier zum kostenfreien Download.

Über Atradius 

Die Atradius Gruppe bietet weltweit Kreditversicherung, Bürgschaften und Inkassodienste an. Mit mehr als 160 Büros in 50 Ländern hat Atradius Zugang zu Bonitätsinformationen von über 100 Millionen Firmen weltweit. Das Produktangebot hilft Unternehmen auf der ganzen Welt, sich vor Forderungsausfällen zu schützen, wenn Kunden gelieferte Waren oder erbrachte Dienstleistungen nicht bezahlen können. www.atradius.de


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